Rosacea Pflege

Rosacea Pflege

Pflege bei Rosacea

Rosacea Pflege ist ein ganz schwieriges Thema. Jeder Rosacea-Betroffene hat viele unterschiedliche Symptome, die meist von vielen unterschiedlichen Triggern ausgelöst werden. Dementsprechend reagiert jeder Betroffene unterschiedlich auf die Pflegeprodukte. Es ist daher sehr schwierig, etwas zu empfehlen, dass jedem helfen würde. In diesem Artikel möchte ich euch daher nur ein paar allgemeine Infos zur Suche nach einem passenden Pflegeprodukt geben. Wie immer berichte ich euch natürlich auch von meiner eigenen Pflegeroutine.

Keine reichhaltigen Produkte

Für jeden Hauttyp muss die Rosacea Pflege einige Eigenschaften auf jeden Fall erfüllen. Sie sollte eher feuchtigkeitsspendend und nicht zu reichhaltig sein. Üblich sind Emulsionen und Gele, die einen geringen Fettanteil haben. Für diejenigen, die trockene Haut haben gibt es Cremes, die zwar einen höheren Fettanteil als z.B. Gele haben, aber dennoch weniger fettig sind als “normale” Produkte. In Abhängigkeit von der Jahreszeit musst du deine Pflege eventuell wechseln, da die Bedürfnisse der Haut im Sommer andere sind als im Winter.

Es ist natürlich sehr frustrierend, wenn Du gerade glaubst, das Richtige gefunden zu haben, dann aber schon wieder suchen muss. Aber auch gesunde Haut benötigt nicht das ganze Jahr über das Gleiche! Damit muss man einfach leben. Ich möchte außerdem darauf hinweisen, dass die bei Rosacea häufig auftretenden Schuppungen keinesfalls ein Anzeichen dafür sind, dass die Haut eine reichhaltigere Pflege braucht. Ganz und gar nicht! Sie braucht die richtige Pflege.

Reizfrei und nicht komedogen

Des Weiteren sollte die Rosacea Pflege möglichst reizfrei und nicht komedogen sein. Das heißt die Produkte sollten so wenige Parfüm- und Konservierungsstoffe wie möglich und keine entzündungsfördernde Substanzen enthalten. Solche Stoffe wie zum Beispiel Aloe Vera dagegen gehören zu den “guten” Rosacea geeigneten Zutaten. Sie spendet Feuchtigkeit und ihre entzündungshemmende Wirkung ist sehr wohltuend für die Haut.

Frei von Komedonen sollte deine Pflege und auch andere Produkte wie zum Beispiel Foundation ebenfalls sein. Denn komedogene Produkte verstopfen die bei Rosacea meist etwas vergrößerte Poren und fördern damit die Entzündungen der Haut.

Naturkosmetik ist nicht immer gut

Auch wenn Naturkosmetik-Hersteller behaupten, dass in ihren Produkten nur natürliche Substanzen enthalten sind, muss es nicht so sein. Oft werden Emulgatoren oder Duftstoffe beigemischt, welche die Rosacea-Haut reizen. Zudem ist nicht jede natürliche Substanz für die empfindliche Haut geeignet. Wirkt sie zum Beispiel durchblutungsanregend, erzeugt sie eher das Gegenteil von dem gewünschten Ergebnis.

Die Rötungen können sich noch verschlimmern. Ich habe jahrelang eine Feuchtigkeitscreme von Yves Rocher im Glauben meiner Haut was Gutes zu tun benutzt. Nachdem ich auf die Produkte aus der Apotheke umgestiegen bin und meine oberste Hautschicht nicht mehr permanent schuppig ist, weiß ich, dass diese Creme doch nicht ganz richtig für mich war.

“Anti-Aging” ist Tabu

Wenn Du an Rosacea leidest, solltest Du unbedingt auf die Anti-Aging Pflege verzichten. Anti-Aging Produkte regen die Durchblutung der Haut, die mit dem steigenden Alter schwächer wird, an. Dadurch erscheint die Haut praller und jugendlicher. Bei den Rosacea-Betroffenen ist die Blutversorgung der Haut schon sowieso sehr stark, sollte daher nicht noch zusätzlich unterstützt werden. Dies könnte man auch als einen Vorteil gegenüber der gesunden Haut sehen :). Doch ob es tatsächlich so ist, dass Rosacea-Haut langsamer altert, ist wissenschaftlich bis jetzt nicht bestätigt worden.

Besondere Hygiene bei Rosacea

Die Produkte aus der Apotheke haben im Vergleich zu den meisten Drogerieprodukten unter anderem einen Vorteil, den Pumpverschluss. Warum ist er so wichtig? Nun ja, wie bereits erwähnt ist die Rosacea Haut sehr empfindlich und neigt zu Entzündungen. Bei einem handelsüblichen Cremetiegel greifst du in der Regel mit deinen Fingern in das Produkt rein. Du überträgst dabei die Bakterien von deinen Händen in die Creme. Dort vermehren sie sich und dein Pflegeprodukt wird zu einer der bösen Hygienefallen bei Rosacea. Mit einem Pumpverschluss vermeidest du das Übertragen der Bakterien auf die Creme. Insofern solltest du immer, wenn möglich zu einer Verpackung mit Pumpverschull greifen.

Nicht zu viel experimentieren

Ich weiß, dass viele Betroffene ständig neue Pflegeprodukte ausprobieren, weil sie weg von medikamentösen Behandlungen wollen, vieles nicht vertragen oder einfach nach einem günstigeren Ersatz suchen.

Welche Gründe diese Suche auch hat, ich persönlich bin kein Freund von zu vielen Experimenten. Insbesondere dann nicht, wenn es um irgendwelche alternative Produkte geht, die nicht wissenschaftlich getestet wurden aber eine 100% Heilung versprechen. Wie kann es sie geben, während die Ursache der Krankheit nicht bekannt ist und es so viele Auslöser gibt? Durch immer wieder neue Pflegeprodukte wird unsere Haut zusätzlich belastet und gereizt. Zudem braucht sie immer eine Weile um sich anzugewöhnen und es zeigen sich erst nach mehreren Wochen Verbesserungen des Hautbildes. Sollten sich die Symptome allerdings dramatisch verschlechtern, ist das Produkt selbstverständlich nicht weiter zu verwenden.

Voltaren bei Rosacea

Von einigen Betroffenen habe ich gehört, dass das Voltaren-Gel bei starken Entzündungen sehr gut hilft. Obwohl ich selbst es nicht ausprobiert habe, kann ich mir den Effekt durchaus vorstellen, da Voltaren ein Entzündungshemmer ist. Von einer längerfristigen Verwendung ohne Absprache mit dem Hautarzt würde ich aber abraten.

Meine Rosacea Pflegeroutine

Auch bei Pflegeprodukten verwende ich zurzeit die Marke La Roche-Posay. Und bevor hier den Eindruck entsteht, das wäre ein Werbeblog für diese Marke, muss ich sagen, es ist ganz und gar nicht der Fall. Es ist nur so, dass ich auch schon einige Pflegeprodukte ausprobiert habe und La Roche-Posay im Moment am besten passt. Ich vertrage alles sehr gut und bin absolut zufrieden. Zudem gibt es so weniger Kompatibilitätsprobleme, weil die Produkte meist schon aufeinander abgestimmt sind.

Als Erstes benutze ich morgens auf den betroffenen Stellen meine zusammengemischte ganz dünnflüssige Salbe vom Arzt. Sie besteht aus Erythromycin und Linola. Metronidazol hatte ich nach Jahren auf einmal nicht mehr vertragen. Dann verteile ich die Toleriane Ultra* auf dem ganzen Gesicht. Ich habe das Gefühl, dass ich so ein insgesamt besseres Hautbild habe als wenn ich die Rosaliac Feutigkeitscreme verwende. Abends nach der gründlichen Reinigung trage ich auf die betroffenen Partien Rosaliac AR Intense* und nachdem es eingezogen ist die Toleriane auf das gesamte Gesicht auf. Am nächsten Morgen habe ich keine Rötungen. Generell sollte man nicht auf eine medizinische Salbe verzichten. Sowohl mein Arzt als auch Apotheker waren dieser Meinung. Man solle lediglich, zum Beispiel bevor man mit einer neuen Tube anfängt, eine Woche keine auftragen, damit die Haut keine Resistenz gegen den Wirkstoff aufbaut.

 

4 Antworten

  1. mexi2 sagt:

    Sehr schöner Blog! Meine Freundin hat das gleiche Problem. Ihr Hautproblem begann mit trockener Haut und trockenen Schleimhäuten. Zwei Jahre später und nach vielen Cremes und Nahrungsergänzungsmitteln bekam sie dann starke Rötungen auf den Wangen und die Haut war gereizt und tat weh. Mittlerweile ist sie regelmässig bei ihrem Hautarzt in Behandlung. Es ist super, dass du ausführlich über dieses Thema redest, denn ich sehe es bei ihr immer wieder, wie schlimm so etwas sein kann.

    • Tatjana sagt:

      Hallo mexi2, vielen Dank für das Kompliment. Ich freue mich, dass es deiner Freundin besser geht. Vielleicht findet sie hier auch einige nützliche Infos und Tipps. :)

  2. Sandra sagt:

    Vielen Dank für den informativen Beitrag. Bin gerade auf der Suche nach einer neuen Pflege, da meine Haut eine beginnende Couperose zeigt und ich mit meinem herkömmlichen Sachen nicht mehr zurecht komme.
    Ich dachte an Toleriane Reinigung morgens und abends. Morgens als Tagescreme Rosaliac creme und abends entweder Toleriane oder Hydranorme. Da bin ich noch nicht sicher.
    Nun las ich bei dir das Serum, sollte abends eine fettfreie Pflege verwendet werden?
    Wobei ich da das Gefühl habe dass es bei mir nicht ausreichend ist.
    LG Sandra

    • Tatjana sagt:

      Man sollte generell keine reichhaltige Produkte verwenden, aber ob Serum oder eine Creme, hängt von deiner Haut ab. Wenn Du trockene Haut hast, dann nehme lieber die Creme. Vor allem da Du ja das Gefühl hast, das deine Pflege nicht ausreichend ist. Besorge dir in der Apotheke verschiede Proben und suche das Beste für dich aus. So hatte ich es auch gemacht :) LG

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